Kliemt Post – August 2026
Ihr Lieben,
kurz vor unserem Urlaub möchten wir euch gerne nochmal einen Einblick geben in das, was uns zurzeit bewegt. Wir sind euch zutiefst dankbar für euren Einsatz für uns und für die Menschen, denen wir etwas von der Liebe Gottes weiterreichen dürfen.
Samuel zieht nach Deutschland
Am meisten beschäftigt uns gerade, dass Samuel Ende August mit nun knapp 18 Jahren zurückkehren möchte nach Deutschland, um noch einmal die 10. Klasse der Realschule zu wiederholen und sich auf die Mittlere-Reife-Prüfung vorzubereiten. Er wird dafür nach Siegen in eine christliche Männer-WG ziehen. Wir haben für diese Entscheidung gebetet und Jesus hat uns Frieden darüber geschenkt. Aber es wird für ihn und uns nicht leicht, 7000 km Luftlinie voneinander entfernt zu sein, nicht dabei sein zu können, wenn er 18 wird oder im kommenden Jahr seinen Schulabschluss feiert.
Gebetsanliegen: Betet besonders für Samuel in den nächsten Wochen und Monaten, dass er Jesus ganz tief als engsten Freund und Vater erlebt, der ihn bewahrt und ihn führt und stärkt, dass er zu einem Mann nach dem Herzen Gottes reift.


Urlaub mit lieben Gästen
Wir dürfen noch einmal zusammen Urlaub machen und haben dazu unsere Freunde Sandy, Andreas und ihren Sohn Johannes zu Gast bei uns, schauen uns mit ihnen ein paar schöne Orte hier um Mbeya herum an, fahren mit ihnen zum Nationalpark und nach Sansibar. Wir sind sehr froh, dass wir diese Möglichkeit haben, Menschen, die mit uns und für uns beten, und die uns mittragen, etwas von der Schönheit dieses Landes zeigen zu dürfen, mal wieder sächsisch zu üben und einfach ein wenig auszuspannen von den Diensten der letzten Monate.
Abschied und neue Lernhelfer
Wir mussten uns im Mai von Lea und jetzt Ende Juli von Samuel als unseren Lernhelfern verabschieden. Besonders Elia, der ein ganzes Jahr lang mit Samuel Schule machen durfte – Lernhelfer Samuel war ja auch mit uns nach Deutschland mitgekommen – fiel der Abschied sehr schwer. Damaris hatte die letzten Monate noch kräftig mit angepackt, dass auch Rebekka ihr Schuljahr geschafft hat und dass wir alle nun entlastet in die Ferien gehen können.

Einblick in unseren Alltag
Im September kommt für das neue Schuljahr Titus als Lernhelfer für Elia zu uns. Für Rebekka wäre es superschön, wenn wir noch eine Lernhelferin hätten. Damaris könnte dann noch mehr im Büro mithelfen. Wenn ihr dafür betet, dass Jesus eine Person beruft, uns zu helfen, und vielleicht auch dieses kurze Video weiterleiten könntet an mögliche Interessentinnen, dann wären wir euch sehr, sehr dankbar! In dem 2-Minuten-Video bekommt ihr auch einen Einblick in unseren ganz normalen Alltag.
Seelsorge und Traumaheilung
Die letzten Monate waren geprägt von drei größeren Projekten. Zum einen haben wir mehrere Workshops durchgeführt, um Leiter im Bereich der Seelsorge und Traumaheilung zu unterrichten.
Mehrere Nachfolgetreffen fanden statt oder wir folgten Einladungen von Teilnehmern in ihre Gemeinden und Kreise. Einige Traumaheilungsgruppen sind entstanden. Auch in unserer Gemeinde haben wir mit einer Traumaheilungsgruppe und auch einer Suchthilfegruppe begonnen. Die Beteiligung bei uns war dürftig, aber dafür mit den wenigen Teilnehmern umso intensiver.
Unterwegs mit den Sangu
Die zweite schöne größere Aufgabe waren Treffen mit den Sangu. Im Jahr 2024 hatten wir mit dem Josef-Projekt abgeschlossen, durch das viele Kontakte entstanden waren und Menschen in Kleingruppen erreicht wurden. Nun hatten wir 6 junge und geistlich motivierte Männer zu Schulungen gerufen, ihnen im Juli einen Motorrad-Führerscheinkurs organisiert und werden sie Anfang September weiter schulen und sie so vorbereiten für die Verbreitung des Evangeliums.
Sie werden mit zwei aus Deutschland gespendeten Motorrädern und Videoprojektoren die verbleibenden Monate bis zur Regenzeit im Dezember in die Dörfer fahren, um Gemeinden zu besuchen, Bibeln zu verkaufen, den Jesusfilm und Joseffilm (aufbauend auf dem selbst entwickelten Theaterstück) zu zeigen und die Leiter der Bibel-Gesprächsgruppen zu ermutigen.
Gebetsanliegen: Betet für diese sechs jungen Männer, dass Jesus sie geistlich vorbereitet für diesen Dienst und sie Gottes Kraft und Missionseifer geschenkt bekommen, sodass viele Menschen Jesus als ihren Herrn und Retter annehmen.
Das Ndali-Suchthilfeprogramm
Ein weiteres größeres Projekt ist das Ndali-Suchthilfeprogramm, für das ich in den letzten Monaten dreimal auf Reisen war.
Dazu noch einmal eine kurze Zusammenfassung, wie alles begann: Im Jahr 2021 arbeiteten Mwasandube und ich mit einem Team von Ndali-Bibelübersetzern und Christen daran, herauszufinden, in welchen kulturellen Problemen die Ndali am meisten Hilfe von der Bibel her bräuchten. So begann im Jahr 2022 ein Projekt zur Suchtbewältigung für das Volk der Ndali in Tansania und Malawi. Nach mehreren Kompositionsworkshops, bei denen Lieder zu biblischen Lernversen des Suchthilfeprogramms entstanden, Pastorenseminaren und Leiterschaftsschulungen wurden Ende 2025 die Suchthilfegruppen ins Leben gerufen.
Das Programm lebt von wöchentlichen Gruppentreffen. Für mehr als ein Jahr lesen und hören die Teilnehmer Bibeltexte in ihrer Sprache, singen die neu komponierten Lieder, beantworten Fragen zum Bibeltext und wenden das Gelernte auf ihr Leben an. Alle Programmmaterialien wurden vollständig in die Ndali-Sprache übersetzt und stehen sowohl in schriftlicher Form als auch als Audioversion zur Verfügung.
Ich bin wirklich begeistert über die Hingabe der Ndali für diese Arbeit. Zwischen Ende 2025 und April 2026 wurden mehr als 40 Gruppen im gesamten Gebiet der Ndali gegründet. Mehr als 90 geschulte Gruppenleiter helfen 450 Teilnehmern, geistlich zu wachsen und frei zu werden von ihren Suchtproblemen.
Geschichten aus dem Programm
Hoffnung kehrt zurück in Familien und Gemeinden. Eine Frau, deren Mann eine solche Gruppe besucht, dankte dem Gruppenleiter für seinen Einsatz: „Ich sehe wieder Geld im Haus". Eine ältere Teilnehmerin äußerte sich dankbar über die Hörbibel. Sie wünschte, solche Hilfsmittel wären schon Jahre zuvor verfügbar gewesen, damit die Menschen in ihrem Glauben viel früher hätten wachsen können. Das zeigt auch, wie wichtig es hier ist, dass Menschen die Bibel in ihrer Sprache hören können, um geistlich zu wachsen.
Als unser Team wegen einer schweren Autopanne in einem Dorf feststeckte, hatten wir mehr als einen Tag Zeit, in einem kleinen Straßenrestaurant mit der Besitzerin Beziehung zu bauen. Wir zeigten dort den halbstündigen Film über Heuchelei und Alkoholmissbrauch in ihrer Sprache, den wir im letzten Jahr produziert hatten, und schenkten ihr ein Audiogerät mit Liedern, dem Suchthilfeprogramm und der Ndali-Bibel darauf. Sofort wies sie alle an, leise zu sein: Sie wollte alles genau hören. Später nahm sie das Audiogerät mit in ihren Kirchenchor und spielte dort einige Lieder ab. Sofort stimmten die anderen Sänger mit ein. Was für einen Segen hat Gott doch aus dieser Panne gemacht!
Eine der erfreulichsten Auswirkungen ist die Verbreitung dieser Lieder in der gesamten Ndali-Region. Sie werden mit Freude sowohl in den Suchthilfegruppen als auch von Chören gesungen und tragen dazu bei, dass Gottes Wort tief im Gedächtnis der Menschen Wurzeln schlägt, ihre Anbetung prägt und ihren Alltag beeinflusst.
Im Juli fuhr ich noch einmal nach Malawi und auch zu zwei Dörfern in Tansania, um die Gruppenleiter noch mehr über Süchte und wie sie körperlich und geistlich überwunden werden können zu unterrichten. Als ich wieder in das kleine Straßenrestaurant kam, liefen die Ndali-Lieder von unserem Programm in voller Lautstärke.
Suchthilfe in Mbeya
Nachdem wir auf den Straßen und in den Kneipen auch für eine Suchthilfegruppe in unserer Stadt Mbeya eingeladen hatten, war erst Hoffnung, dass es eine starke Arbeit werden könnte, aber die Teilnehmerzahl ist stark geschrumpft. Mit löchriger Kleidung und wenig Geld scheint der Gang zur Kirche doch manchen schwer zu fallen.
So möchten wir bald nochmal einen Vorstoß wagen und in einem sehr stark betroffenen Gebiet unserer Stadt eine Gruppe starten. Viele Menschen dort ernähren sich vom Alkohol, entweder weil sie ihn konsumieren oder produzieren.
Gebetsanliegen: Betet bitte für diese Arbeit, dass Menschen frei werden von ihren Süchten und die Kraft und Hoffnung, die Jesus Christus schenkt, körperlich und seelisch erfahren.
Dank und Finanzen
Wir danken euch von Herzen für alles, was ihr gebt, und für alles, was ihr hier im Land dadurch möglich macht! Wir möchten euch mitteilen, dass wir leider das erste Mal seit 2016 mit unseren Spendengeldern im Minusbereich sind und weitere Hilfe brauchen, um die Projekte, zu denen wir uns hier gerufen wissen, durchführen zu können. Wir bitten euch dabei vor allem um Gebet, dass der Herr uns versorgt und auch immer wieder hilft, zu sehen, was dran ist.
Seid gesegnet im Namen unseres Herrn Jesus Christus, habt Mut für die Aufgaben, die der Herr euch gibt, und seid erfüllt mit der Liebe, der Freude und dem Frieden Gottes!
Alles Liebe, Daniel und Damaris mit Samuel, Rebekka und Elia





